SPD Malsch

 

CDU und Kinderbetreuung in Malsch

Veröffentlicht in Gemeinderatsfraktion

Gemeinderatssitzung am 28. 4. 09
CDU und Kinderbetreuung in Malsch
- Da staunt die Fachfrau und der Laie wundert sich –

Auf der Tagesordnung standen die Erweiterung der Kinderbetreuung im Evangelischen Kindergarten und im Kindergarten Zauberwald Waldprechtsweier sowie die dauerhafte Fortführung der Personalausstattung im Kleinkindbereich.
Grund der Vorlage war, dass die bisher eingerichteten 4 Krippengruppen schon jetzt aufgrund des angemeldeten Bedarfs bei weitem nicht mehr ausreichen.
Bei der Beratung der einzelnen Punkte im Gemeinderat am 28. 4. 09 kam man aus dem Staunen nicht heraus. Hatte sich die CDU Malsch noch vor gar nicht langer Zeit das Mäntelchen vom Kinderland Baden-Württemberg angezogen, wurde es jetzt, als offensichtlich nur ausgeliehen, wieder ausgezogen. Die äußerst ausführliche Stellungnahme der CDU durch Frau Schick-Gramespacher entsprach einer einzigen Rolle rückwärts in der landauf und landab propagierten Familienpolitik. Lediglich die befristete Zusatzgruppe im Evangelischen Kindergarten fand noch die Zustimmung der CDU-Fraktion.

Bei der altersgemischten Gruppe mit Ganztagsbetreuung in Waldprechtsweier war dann aber auch schon die familienfreundliche Politik am Ende. Erstens sei die von der Bundesregierung angestrebte Zielmarke, bis 2013 für 35% der Kleinkinder Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen, in Malsch schon erreicht. Hierauf könne man stolz sein und das müsse erst mal reichen. Zweitens müsse der Haushalt konsolidiert werden. Für diese „freiwillige Leistung“ sei eben kein Geld da. Drittens gäbe es überaus viele Modelle zur Kinderbetreuung, die man auch privat organisieren könne. Im Übrigen bestehe überhaupt kein Grund, die Kleinkindbetreuung auch in den Ortsteilen anzubieten, wenn im Kernort ein Angebot bestehe. Ganz abenteuerlich wird es bei der beantragten Fortführung der 2008 beschlossenen Personalausstattung der Kleinkindbetreuung. Da werden die Plätze für die Kinder, die nur halbtags bzw. für 3 Wochentage in Anspruch genommen werden, so lange hin und her geschoben und miteinander vermischt, bis der zusätzliche Personalbedarf wieder weggerechnet ist. Hier allen Ernstes? vorzuschlagen, die 5- und 6-jährigen Kinder in die Betreuung der 2-jährigen (z.B. bei Toilettengängen) mit einzubeziehen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Wohlgemerkt: Hier geht es sich um die notwendige und beschlossene Personalausstattung, die zukünftig weitergeführt werden soll.

Die SPD-Fraktion hat kurz und bündig Stellung bezogen:

1. Evangelischer Kindergarten
Die Umwandlung einer Regelgruppe in eine Krippengruppe sowie die Einrichtung einer befristeten Zusatzgruppe ist notwendig und wird befürwortet.

2. Kindergarten „Zauberwald“ in Waldprechtsweier
Anfragen für Ganztagsbetreuung liegen vor.
Die Erweiterung des Betreuungsangebots wird befürwortet.

3. Personalbedarf
Die dauerhafte Fortführung der beschlossenen Personalausstattung wird befürwortet.

Begründung: Für uns ist ein bedarfsgerechtes und zuverlässiges Betreuungsangebot keine „freiwillige“ Leistung, die man nach je nach Tagesform anbieten oder streichen kann. Wer Betreuung für seine Kinder braucht (aus welchen Gründen auch immer; hier werden wir uns ganz sicher keine Wertung anmaßen), muss sie auch zuverlässig erhalten. Hier ist der Hinweis auf private Möglichkeiten nicht dienlich. Wenn mehr Plätze benötigt werden, müssen sie auch zur Verfügung gestellt werden. Nach dem „Windhundprinzip“ zu handeln, „wer sich zuletzt meldet, hat Pech gehabt“, gehört für uns nicht zu einer verlässlichen Politik. Die Betreuung wird dort angeboten, wo Bedarf besteht. Hier die Ortsteile abzuhängen, um Geld zu sparen, kommt für uns nicht in Betracht. Qualifizierte Betreuung benötigt qualifiziertes Personal in ausreichendem Umfang.

Dass Bauträger bereits Werbung für Baugebiete mit der Malscher Kinderbetreuung machen, zeigt, dass das auch ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor ist.

Zitat der Familienforschung Baden-Württemberg:
„Die Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbsarbeit ist ein zentrales Zukunftsthema für alle modernen Gesellschaften. Durch die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen und durch veränderte Familienstrukturen nimmt der Bedarf an qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung kontinuierlich zu. Die überwiegende Mehrheit der Familien wünscht heute, dass beide Partner erwerbstätig sein können. Der Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf nach der Geburt von Kindern erfolgt immer früher. Der technologische Fortschritt macht lange Unterbrechungen in der Erwerbstätigkeit zunehmend schwierig. Vor allem hoch qualifizierte Frauen wünschen eine baldige Rückkehr in den Beruf. Daraus ergibt sich ein akuter Betreuungsbedarf für Kinder unter drei Jahren.“

Zitat von der CDU-Malsch-Seite im Internet zur Familienpolitik:

„Der Handlungsbedarf in der Politik ist nach wie vor groß. Familienpolitik darf nicht als „Randthema“ gehandelt, sondern muss zu einer Querschnittsaufgabe werden, die in allen Ressorts Priorität hat.“

Dem haben wir nichts hinzuzufügen!

Birgit Weitz

 

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